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Author
Petra Sobinger

Tag Sieben - Auf in die letzte Etappe

Über Casale sul Sile

Endlich - der Morgen und der letzte Tag auf unserer Radtour von Cortina d´Ampezzo nach Venedig! So müde wir gestern Abend auch ankamen, so ausgeruht werden wir an diesem Tag wach und können es kaum erwarten in unsere letzte Etappe zu starten! Als Erstes genießen wir noch ein ausgiebiges Frühstück und kaum lassen wir uns in der Rezeption blicken, stürzen wieder die freundlichen Mitarbeiter auf uns zu, ob sie uns bezüglich Räder, Gepäck, Verpflegung für unterwegs irgendwie behilflich sein dürfen. Großes Lob an die Mitarbeiter! Wir bekommen noch eine detailierte Karte ausgedruckt, wie wir am Besten in die grüne Zone namens Casale sul Sile kommen, denn hier sollen uns Radwege, Wasser für die Hunde und viel Natur erwarten.

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Italienische Hilfsbereitschaft

Und richtig! Zwar verläuft der Weg dort hin ziemlich kreuz und quer und ein sympathisches italienisches Ehepaar, dass wir unterwegs nach dem Weg fragen bietet uns spontan an, mit dem Auto vor uns herzufahren und uns durch die Straßen bis zum Fluß runterzulotsen. Es dauert keine halbe Stunde und wir erreichen den Grüngürtel südlich von Treviso.

Wir halten noch einen kurzen Smalltalk mit unseren italienischen Guides, die uns an dieser Stelle bitten sie in den Artikel mit aufzunehmen, dass das italienische Radnetz noch großen Nachbesserungsbedarf hat und sie selber daher immer nach Deutschland fahren würden, um längere Radtour zu machen. Und wenn wir ehrlich sind, haben wir diese Erfahrung in den letzten Tagen ja auch schon des öfteren gemacht. Aber in diesem Grüngürtel können wir das Radeln endlich wieder genießen.

Die Uferzonen rechts und links des kleinen Flüßchens Sile sind ein wahres Naturparadies. Wir halten uns immer Richtung Casale sul Sile und genießen eine der schönsten Etappen auf dieser Tour. Neben ein paar Spaziergängern begegnen uns auch viele Radler, vom Tagesausflügler bis hin zu Mehrtagesradlern wie uns.

 

Filmkulisse

Nachdem wir eine Zeitlang am Fluß entlang geradelt sind, führt uns der Weg schließlich auf einen fast schon antiken Holzsteg, der sich zu einer Brücke über malerisch uriges Sumpfland entwickelt. Die Bäume werden dichter, unzählige alte mehr oder weniger vermoderte Boote liegen im Wasser und bilden eine ideale Filmkulisse, für den nächsten Teil Fluch der Karibik.

Auf den modrigen Hölzern sonnen sich Wasserschildkröten, Frösche und unzählige Vögel. Am liebsten würden hier stundenlang verweilen und diese faszinierende Umgebung beobachten. Da wir aber noch einige Kilometer vor uns haben und es kaum erwarten können, bis wir die Silhouette Venedigs entdecken, zieht es uns weiter und wir erreichen schon bald das sympathische Örtchen Casale sul Sile. In einem der Cafes direkt am Wasser treffen wir einen der sympathischen Senioren wieder, mit dem wir uns zu Beginn des Parks ein kurzes Schwätzchen gehalten haben.

Er lädt uns - wie soll es auch anders sein, zu einer kleinen Rast kleinen und wir stossen mit Prosecco und Coke auf die erfolgreiche letzte Etappe an.

 

Radweg E4 oder BiciInVacanze

Eine halbe Stunde später machen wir uns wieder auf den Weg und wenden uns, den Fluß Sile immer zu unserer Linken Richtung Quarto d´Altino. Erfreulicherweise entdecken wir auf dieser Etappe wesentlich öfter Hinweisschilder zum Radweg E4, bzw. BiciInVacanze - warum konnte das nicht die ganze Zeit so gut ausgeschildert sein? Schließlich erreichen wir Quarto d´Altino und der Radweg biegt scharf nach rechts ab.

Wir durchqueren ein kleines Gewerbegebiet und am Ende der Straße heißt es erst mal wieder durchschnaufen und die Hunde in den Hänger schicken, denn wir haben erneut eine Hauptstraße vor uns. Wir ordnen uns mal wieder brav in den Verkehr ein und freuen uns, als wir kurz nach San Liberale eine kleine Nebenstrecke entdecken, die uns bis Favaro-Dese durch rot blühende Mohnfelder und ohne jegliche Autos mal wieder ganz entspannt führt.

Am Ortsanfang entdecken wir eine kleine Bar und als wir unsere Räder vor ihrer Terrasse abgestellt haben und uns die Bar genauer anschauen, realisieren wir, dass sowohl drinnen als auch draußen nur Männer sitzen und nicht nur einfach Karten spielen sondern um Geld zocken. Wie üblich werden wir neugierig gemustert und es folgt die altbekannte Frage nach unserer männlichen Begleitung. Nachwuchsredakteur Tim antwortet mittlerweile im coolsten italienisch, dass er doch als männliche Begleitung völlig ausreichend sei und die spielenden Herren japsen verzweifelt nach der richtigen Antwort auf diese Schlagfertigkeit.

In einem weiteren kurzen Wortwechsel versuchen sie uns dann die Flughafensschnellstraße noch als ideale Fortsetzung unserer Tour zu empfehlen, aber wir verlassen uns auf die Strassendarstellung unserer Karte und wählen die Landstraße Richtung Fávaro Véneto und Campalto, die uns in der Tat sehr entspannt bis fast an die Küste bringt.

 

Bosco di Mestre bzw. Bosco di Zaher

Wir machen noch einen kurzen Abstecher durch den Bosco di Mestre, wo wir an dem Denkmal des Buches von Zaher eine kleine Pause einlegen. Das Buch von Zaher erinnert an Zaher Rezai, einen Jungen, der aus Afghanistan geflüchtet ist. Der 13-jährige Zaher ist während seiner Flucht und auf der Suche nach seiner Freiheit in Via Olanda in Mestre gestorben ist. Der Wald in Mestre trägt daher seinen Namen, da er dem Jungen gewidment wurde. Er ist am 10. Dezember 2008 mit dem Schiff im Hafen von Venedig gelandet und klammerte sich unter einen Lastwagen um der Grenzkontrolle zu entgehen. Allerdings fiel er irgendwann erschöpft auf die Straße. In seinem Rucksack wurden sein Tagebuch und einige Gegenstände gefunden, darunter ein Löwe aus Kunststoff (das Wahrzeichen von Venedig). Der Künstler Luigi Gardenal hat ihm diese Skulptur gewidmet.

Am Ende des Bosco di Mestre wird die Straße wieder belebter, aus den vereinzelten Häusern am Straßenrand wird eine kleine Siedlung und irgendwann das malerische Küstenstädtchen Campalto. Wir spüren und schmecken bereits die salzhaltige Luft und den Seewind und mit jedem Kilometer wird Tim immer aufgeregter und kann es kaum erwarten, endlich das Meer zu sehen.

Und endlich - wir sind da! Der Hafen von Campalto mit seinen idyllisch vor sich hinschaukelnden bunten Fischerbooten heißt uns willkommen. Wir haben es geschafft. Gestartet in den wunderschönen Ampezzaner Dolomiten, haben wir die Lagune Venedigs erreicht. Während wir begeistert unseren Erfolg feiern, toben die Hunde über die Wiese und freuen sich, den Rest des Weges bis zu unserem Hotel in San Giuliano wieder rennen zu dürfen.

 

Ankunft im Hotel Russott in Mestre

Der letzte knappe Kilometer führt uns am Kanal d´Oselin direkt bis zu unserem Hotel Russott in Mestre, wo wir schon vom Hotelier und seinen Kollegen erwartet werden. Auch hier erfahren wir wieder freundliche Unterstützung hinsichtlich Radanhänger und Gepäck und kaum dass wir alles in der Garage, bzw. im Zimmer haben schwingen wir uns wieder auf die Räder und machen uns durch den benachbarten Park auf, um unser Zielfoto mit der Silhouette Venedigs zu machen.

Der wunderschön angelegte San Guiliano Park ist 700 Hektar groß und bietet den Einwohnern eine wahre Freizeitoase. Egal ob als Radler, Jogger, Spaziergänger oder auch zum Gassigehen bzw. mit Kindern auf dem Weg zum Spielplatz, hier findet jeder den Platz und Raum den er braucht. Und Tim? Der hat ein überglückliches Grinsen im Gesicht und ist stolz, auf dass was er geleistet hat. Ich bin es im Übrigen ebenso!

Erst als die Sonne untergeht, verlassen wir den Park und finden uns im Restaurant zum Abendessen in unserem Hotel ein. Nach einem kurzen Interview mit dem Hotelmanager am kommenden Morgen bietet er uns spontan an, uns kurzerhand mit seinem Wagen zur Plaza Roma in Venedig zu bringen, was wir gerne annehmen.

Während unsere beiden Redaktionshunde die folgenden beiden Tage gemütlich schlafend in unserem Hotelzimmer verbringen, machen wir - dieses Mal zu Fuß Venedig unsicher, treffen uns zu einem ausgiebigen Ratsch mit der sympathischen Ornella Naccari, von Promovenezia,... erklimmen die vielen kleinen Brücken, testen Pizza- und Eisbuden, suchen uns die schönste aller Gondeln aus, um selbstverständlich nicht nur mit einem Vaporetto sondern auch mit einem richtigen Gondoliere durch Venedigs kleine Gassen zu schippern und beschließen zwei wunderschöne Tage mit einem Besuch auf dem Rialto Markt und einem Abstecher in eine kleinen Libreria in der Nähe des Plaza Roma in der man Briefmarken mit dem Konterfei des neuen Papstes erstehen kann, damit unsere Lieben daheim die passende Briefmarke auf ihre Postkarte bekommen.

 

Heim nach Cortina d´Ampezzo mit dem Cortina Express

Und dann wird es leider auch schon wieder Zeit, unsere Räder wieder aufzuladen, uns Richtung Busbahnhof aufzumachen, damit uns der Cortina Express wieder heim in die Ampezzaner Dolomiten bringt. Die Wegbeschreibung unserer Freunde aus dem Hotel führt uns zwar direkt über die Schnellstraße, die aus Venedig herausführt und wir sind somit wieder mitten drin im Verkehr, aber nach 200km über Italiens Straßen, ist das für diese kurze Strecke wirklich ein Klacks.

Nach einer guten halben Stunde erreichen wir den Bahnhof und warten auf den Cortina Express. Obwohl wir auf dem Weg zum Bahnhof ein paar dicke Regentropfen abbekommen haben, hat es sich Petrus anscheinend wieder anders überlegt und schickt uns während unserer Wartezeit strahlendblauen Himmel und Sonnenschein. Überpünktlich trudelt unser Bus schließlich ein und mit Hilfe unseres sympathischen Fahrers, der seitens Cortina Turismo informiert worden und gebeten wurde, uns samt Rädern, Radanhängern, Gepäck und Hunden mitzunehmen laden wir alles in die Gepäckfächer ein.

Obwohl und das nur als große Ausnahme!!! wir keine Maulkörbe für die Hunde dabei haben, dürfen wir im Fond des Busses Platz nehmen und freuen uns, nicht nur alles heil überstanden zu haben, sondern auch unsere Freunde in Cortina wieder zu sehen. Dank kostenlosen W-Lan im Bus, kommunizieren wir mit Maria Grazia aus dem Büro von Cortina Turismo und dann endlich sind wir da! Maria Grazia und Cinzia vom Tourismus Office Cortina d´Ampezzo begrüßen uns aufs herzlichste, ebenos Igor Skiman, der uns seinen Radanhänger geliehen hat und der unsere Ankunft direkt fotografisch festhält und uns auch über Facebook Willkommen heißt.

Dem Nachwuchsredakteur steht das Grinsen und die Freude über seinen Erfolg weiterhin im Gesicht geschrieben und wir können es kaum erwarten, noch eine Pizza zur Begrüßung essen zu gehen. Aber welche Freude, es erwarten uns nicht nur eine leckere Pizza, sondern auch alle unsere guten Freunde, die wir in Cortina kennen- und liebengelernt haben: Maria und Mario, Luana und Gabriele, Marianne und Paolo! Sie alle haben unsere tägliche Berichterstattung verfolgt, uns die Daumen gedrückt und sind froh und glücklich uns heile wiederzusehen! Und wir auch. Danke Maria, für diese tolle Überraschung!

 

Fazit

200 Kilometer, Sechs Tage auf unseren Cube Drahteseln, insgesamt acht Pfoten - viele Herausforderungen in punkto Anstrengungung, italienischem Straßenverkehr und spannenden Streckenführungen. Alles in allem eine tolle Tour und eine noch tollere Erfahrung für Groß und Klein. Wir haben alle Widrigkeiten mit viel Humor und dem ein oder anderen Schutzengel heile überstanden und ganz ehrlich - missen möchten wir diese sechs Tage auch nicht. Allerdings können wir nicht die komplette Tour als klassischen Familienausflug mit Kindern im Grundschulalter empfehlen, dazu haben wir viel zu viele Kilometer im öffentlichen Straßenverkehr zurückgelegt.

Den schönsten und vor allem durchgehenden Radweg hatten wir am ersten Tag, von Cortina d´Ampezzo nach Pieve die Cadore. Während der restlichen Tage hatten wir auch immer mal wieder wahnsinnig schöne und extrem empfehlenswerte Abschnitte, die problemlos auch als Familientour mit Vierbeinern zu bewältigen sind. Aber eben leider nicht durgehend. Aber dafür sind wir ja als testende Redaktion aktiv unterwegs, um solche Erfahrungen zu sammeln und darüber zu berichten!


Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei unseren Freunden und Partner bedanken, die uns im Rahmen dieser Tour unterstützt und begleitet haben. Neben Sabrina Boldrin vom 'Consorzio Dolomiti', Alessio Tonetto vom 'Consorzio di Promozione Turistica MARCA TREVISO', Ornella Naccari von 'Promovenezia' und ihren jeweiligen Guides vor Ort, Igor Skiman und dem Skiservice Cortina, gilt unser ganz besonderer Dank auch unseren netten Unterkunftsinhaber und ganz besonders MariaGrazia vom Tourismusverband Cortina d´Ampezzo sowie unserem treuen Begleiter Gabriele und seiner Luana und natürlich Paolo d´Amico, der uns den Radanhänger hintergefahren hat.
Russott Hotel
Via Orlanda, 4
I - 30173 Venezia - San Giuliano Italia
Tel. +39 0415310500
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Text: Petra Sobinger
Fotos: Petra Sobinger

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