Author
Petra Sobinger

"Do gehns wieda hoam"

 

Von einem Almabtrieb der einzigartig ist

Neigt sich der Sommer dem Ende, dann finden bis circa Anfang bis Mitte Oktober im Bergland zahlreiche Almabtriebe statt. Ein ganz besonderer ist der Almabtrieb über den Königssee. 

Die Saletalm am Südufer des Königssees und die Fischunkelalm am Süd-Ostufer des Obersees sind auf dem Landweg nicht bzw. nur sehr mühsam über das Gebirge zu erreichen. Der einfachste Weg für Mensch und Tier führt über den Königssee.

Wurden die Kühe früher noch per Muskelkraft über den See gerudert, geht es seit rund 100 Jahren per Motorkraft über das Wasser Geschmückt werden die Tiere übrigens traditionsgemäß erst dann, wenn sie den Bootstrip hinter sich und wieder festen Boden unter den Füßen haben. Und nur, wenn der Almsommer glücklich verlaufen ist.

 

Liebevolle Handarbeit

 

„Do gehns wieda hoam" heißt es dann wieder bis zum nächsten Frühling. Damit festlichen Fuikln und Latschenbüsche, mit denen die Kühe, bzw. Kälber geschmückt werden bis zum Almabtrieb fertig sind, starten die Sennerinnen und Senner bereits ab dem 24. August. Ab diesem Tag, der auch der Bartholomäus-Tag genannt wird, darf mit der Arbeit an dem Kopfschmuck begonnen werden.

Rund 25 bis 30 Tage, bzw. rund 60 Arbeitsstunden braucht man zum Beispiel für eine Fuikl aus einem Tannengipfel bestehend aus einem Tannengipfel mit vier zusammen gebundenen Kränzen, die zusätzlich auch noch mit bunten Sternen aus Holzspänen geschmückt werden.

 

 

Mit sogenannten Landauern, also Transportschiffen mit einem ebenen Boden und flachem Zustieg, werden die Kühe und Almleute von der Seelände bis ans Ostufer des Königssees gebracht. Rund 30 Kühe sind es, die so jedes Jahr zur Sommerfrische auf die Alm, bzw. wieder zurück in den heimischen Stall transportiert werden. Diese Tradition ist übrigens einzigartig im gesamten Alpenraum.

 

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Text: Petra Sobinger


Bildmaterial: Petra Sobinger / Tim Sobinger

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