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Author
Petra Sobinger

Die Geschichte des Dorfes

Osvaldo Da Col - Ein künstlerisches Unikum

Die Kunstliebhaber werden diesen Ort entweder bereits persönlich kennen oder er steht auf ihrer Wunschliste,um ihn kennenzulernen. Und ganz ehrlich - bevor wir hier unsere Runde gedreht haben, haben wir uns gedacht, nunja, die Fotos schauen toll aus mit den Gemälden auf den Wänden, lassen wir uns überraschen. Was die Besucher dann aber zu sehen bekommen: die Realität und Einzigartigkeit eines kleinen Bergdorfes mit seinen mittlerweile über 50 liebevollen Freskomalereien an den Hauswänden übertrifft jede Vorstellungskraft.

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Freiluft-Pinakothek in den Dolomiten

Idealerweise haben wir bei unserem Rundgang durch Cibiana di Cadore sogar noch das Glück, Osvaldo Da Col, den Initiator dieser Idee persönlich kennenzulernen und von ihm eine umfangreiche Führung durch die einzelnen Murales zu bekommen. Osvaldo, der schon allein durch seine schillernde Gestalt die Künstlerbranche perfekt repräsentiert, ist nicht nur ein unwahrscheinlich liebenswerter Mensch, sondern versteht es auch hervorragend die Geschichte der Freskomalereien zu erklären. Selbst Tim, der zum Zeitpunkt unserer Tour grade mal acht Jahre war und normalerweise lieber in den Bergen rumklettert, statt stundenlang Malereien anzuschauen, schafft es knapp vier Stunden lang gebannt zuzuhören und von Haus zu Haus zu laufen. Und das bei fast fünfundzwanzig Grad.



Osvaldo und Vico Calabró

Aber wieso sind die Murales überhaupt entstanden? Osvaldo und Vico Calabró hatten die Idee dazu in den 80er Jahren. Osvaldo, der mit seinen Eltern nach Deutschland ausgewandert war, sich aber immer wieder in seine alte Heimat zurückzog, hatte damals den Wunsch seinem Dorf etwas Gutes zu tun, damit die Touristenströme nicht nur in Cortina enden, sondern auch Cibiana entdecken sollten. Wie aber lotst man die aktiven Sommer- und Wintersportler in ein kleines Bergdorf, dass außer seinen sympathischen Einwohnern und liebevoll gepflegten alten Häusern nicht viel zu bieten hat? Gemeinsam mit vielen Künstlern aus unterschiedlichsten Künstlerschulen, jeder Menge Eigenenergie und -kreativität erschufen sie ein künstlerisches Kleinod hoch oben über Cortina d´Ampezzo.



Bilder über Bilder

Gemeinsam mit Osvaldo gehen wir von Haus zu Haus und lassen uns von ihm die verschiedenen Künstler und dargestellten Berufe erklären. Die Murales erzählen die Geschichten der Bewohner wie z.B. 'Der Auswanderer' von Nader Kahleghpour, dessen Tochter mittlerweile zurückgekehrt ist und mit ihrem Mann ihr Elternhaus liebevoll restaurierte um dort zu wohnen.

Die Geschichte des Dorfes Cibiana selber, wird zum Beispiel auf dem Gemälde „Corpus Domini“ von Roberto Joos dargestellt, auf dem Osvaldo selber mit seinen Söhnen abgebildet ist. Von der notleidenden Bauersfamilie auf dem Gemälde „La Famea“ von Miraldo Beghini auf dem den Betrachter die Augen der Familie stets anzuschauen scheinen oder von dem tragischen Feuer „Al fuo“ von Augustin Espanol Vinas, bei dem zahlreiche Häuser in Windeseile abbrannten und einen Teil des Dorfes verwüsteten.

Auch die verschiedenen Berufe werden liebevoll und detailgetreu dargestellt, so z.B. so das Haus der blinden Fotografin „La fotografies de Cetta“ von Gianni Longinotti, der Gemischtwarenladen „La botega“ von Bruna Doria, das Haus des Schmieds „La fusina“ von Riccardo Galuppo - aber auch eine Hommage an alle Mütter dieser Welt findet sich in der Freskomalerei „la Mare“ von Bruno Milano.



Die Schlüsselindustrie von Cibiana

Äußerst spannend für Nachwuchsredakteur Tim präsentiert sich auch das Haus des Eisens, in dem die Schlüsselindustrie Cibianas präsentiert wird, inklusive einer alten Schlüsselmaschine. Keine Frage, dass der alte Schlüssel, der ihm als Geschenk überreicht wird, mittlerweile einen Ehrenplatz im Kinderzimmer erhalten hat. Unterwegs treffen wir noch Alberto Ghelli, eine Koryphäe auf dem Gebiet Diabetes, der selber seit Jahrzehnten mit dieser Krankheit lebt, sich regelmäßig sportlichen Herausforderungen auf Spitzensportniveau stellt und versucht anderen Erkrankten Mut zu machen. Und natürlich Mauro Puppulin (Chef des Technikbüros der Gemeinde von Cibiana), der nicht nur im Mountain Museum Dolomites für die technischen Angelegenheiten verantwortlich ist, sondern auch die Tourismusbelange wie z.B. das Murales Vorhaben in Cibiana unterstützt, den Bau des neuen Zentrums, etc.

Mauro sperrt uns natürlich stolz das neu erbaute Bürgerzentrum auf, welches nicht nur einen traumhaften Blick auf die angrenzende Landschaft bietet und in dem Vorträge, etc. abgehalten werden können – es wird zukünftig Platz für eine weitere Ausstellung von Reinhold Messner bieten.



Fazit

Cibiana di Cadore – ein kleines Bergdorf mit einer großen Geschichte, die man sich nicht entgehen lassen sollte!


Text: Petra Sobinger
Bilder: Petra Sobinger

Fotos: Petra Sobinger

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